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Parolen Paroli bieten

Dir knallt einer eine doofe Stammtischparole, ein blödes Vorurteil oder einfach dumme Behauptungen um die Ohren. Im ersten Moment fehlen einem einfach manchmal die Worte.

Damit dir das in Zukunft nicht mehr passieren muss, bekommst du hier ein paar Gegenargumente auf dumme Parolen:

„Das Boot ist voll, wir haben keinen Platz mehr für Ausländer!“

In Deutschland leben auf einem Quadratkilometer (entspricht der Fläche von 136 Fußballfeldern) 236 Menschen. In den wesentlich kleineren Niederlanden leben übrigens 382 Menschen auf einem Quadratkilometer.
Konkret heißt dies, dass im Durchschnitt also auf einem riesigen Fußballfeld in Deutschland nur 1,7 Menschen leben. Das Boot ist also alles andere als voll.
Im Gegenteil: Ohne Zuwanderung würde es sogar zu dramatischen Bevölkerungsverlusten und zu einer Überalterung der Gesellschaft kommen. Wenn sich etwas weniger als die Hälfte der Bevölkerung im Rentenalter befindet (Schätzung für das Jahr 2040), besteht die Gefahr, dass unser soziales Sicherungssystem spätestens dann aus den Fugen gerät. Diese Defizite können nur durch Zuwanderung ausgeglichen werden.

„Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg!“
Ein „Ausländer“ hat keine bevorzugten Rechte auf dem deutschen Arbeitsmarkt. AsylbewerberInnen dürfen z.B. im ersten Jahr ihres Aufenthaltes in Deutschland gar nicht arbeiten und auch danach dürfen sie nur Stellen annehmen, für die kein Deutscher oder EU-Bürger gefunden wurde. Außerdem arbeiten „Ausländer“ vor allem auf Arbeitsplätzen, die von deutschen KollegInnen nicht angestrebt werden, z.B. am Fließband oder bei der Stadtreinigung.
Übrigens: Drei Viertel aller in Deutschland lebenden „Ausländer“ oder deren (Groß-) Eltern wurden nach Deutschland geholt, weil man ihre Arbeitskraft dringend brauchte. Seitdem haben sie sogar durch unternehmerische Tätigkeiten zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen. Die ca. 240.000 in Deutschland selbständig tätigen „Ausländer“ beschäftigen immerhin um die 570.000 ArbeitnehmerInnen.
Deutschland lebt zu 75% vom Export seiner Waren ins Ausland. Vier von fünf Arbeitsplätzen in Deutschland hängen von der Zusammenarbeit mit dem Ausland ab.

„Ausländer leben auf Kosten der Deutschen und belasten unser System!“

„Ausländer“ werden für die Schwäche unseres sozialen Netzes verantwortlich gemacht. Ihnen wird die Schuld dafür gegeben, dass die sozialen Leistungen in Deutschland so niedrig sind. Ohne ausländische ArbeitnehmerInnen stünde die gesetzliche Rentenversicherung wesentlich schlechter da. Ausländische ArbeitnehmerInnen zahlen die gleichen Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung wie deutsche ArbeitnehmerInnen und erhalten daher logischerweise auch die gleichen Leistungen.
Insgesamt betrachtet, zahlen die hier arbeitenden „Ausländer“ momentan sogar mehr ein, als sie „kosten“. Das liegt daran, dass die meisten von ihnen sich im Arbeitsalter befinden und noch kaum Rentner darunter sind.

„Ausländer kommen nur nach Deutschland, um zu faulenzen und auf Staatskosten zu leben“
AsylbewerberInnen bekommen nur geringe Unterstützung in Form von Sachleistungen und dürfen im ersten Jahr ihres Aufenthaltes nicht einmal arbeiten. AsylbewerberInnen erhalten den „reduzierten Sozialhilfesatz“ (ca. 80% des Einkommens im Vergleich zu anderen SozialhilfeempfängerInnen) in Form von Sachleistungen. Wenn man bedenkt, dass Deutsche kaum von der Sozialhilfe leben können, kann man sich ausrechnen, wie viel den AsylbewerberInnen dann zur Verfügung steht, wenn sie nur 80% dessen erhalten, was einem Deutschen zusteht.

„Ausländer sind krimineller als Deutsche!“
Viele Menschen, die dieses Vorurteil aussprechen, wissen gar nicht, dass es Straftaten gibt, die ein Deutscher gar nicht begehen kann. Ein „Ausländer“ verstößt z.B. gegen das Ausländergesetz, wenn er einfach nur die Grenzen seines Aufenthaltsortes überschreitet und in eine andere Gemeinde fährt. Das Ausländergesetz regelt im Allgemeinen den Lebensablauf von AsylbewerberInnen bis zum Abschluss ihres Verfahrens genau, damit der Staat jederzeit darüber informiert ist, was sie gerade tun und wo sie sich aufhalten.
Würdest du immer wissen, wenn du gerade eine Gemeinde verlassen hast?
Abschließend kann bei einer objektiven Bewertung der Fakten festgehalten werden, dass sich „legal“ in Deutschland aufhaltende „Ausländer“ nicht krimineller sind als Deutsche, „Ausländer“ jedoch häufiger Opfer von Kriminalität und Gewalt werden.

„Mehr als die Hälfte der in Deutschland lebenden Menschen sind Ausländer!“
Weit gefehlt! In der Schweiz leben etwa doppelt so viele, in Luxemburg sogar viermal so viele „Ausländer“ wie in Deutschland. Einen höheren Anteil verzeichnen auch Frankreich, Belgien und Österreich.
Deutschland hat nur einen Ausländeranteil von 6,8%.

„Ständig kommen nur alle Ausländer nach Deutschland!“
Schon mal darüber nachgedacht, wie viele Menschen eigentlich jährlich ebenfalls in ein anderes Land auswandern und dort selbst als „Ausländer“ gelten? Im Jahr 2005 sind beispielsweise ca. 150.000 Deutsche in andere Länder ausgewandert. Nur zur Verdeutlichung: Für diese hohe Zahl müsste die komplette Stadt Würzburg und noch dazu ein paar Kleinstädte auswandern.
Die beliebtesten Auswanderungsziele der Deutschen sind die USA (ca. 13.500), Polen (ca. 9.000), sowie die Schweiz als Lieblingsziel (ca. 14.500).

„Deutschland muss das Land der Deutschen bleiben.“
Für viele unserer ausländischen MitbürgerInnen gilt Deutschland als ihre Heimat. Denn mehr als die Hälfte der ausländischen Wohnbevölkerung lebt schon länger als zehn Jahre hier. Viele „Ausländer“ sind sogar in Deutschland geboren. Aufgrund ihrer langen Aufenthaltsdauer sind sie ein fester Bestandteil der Bevölkerung der Bundesrepublik geworden.
Deutschland ist außerdem durch die ausländischen EinwohnerInnen und deren Kulturen offener, bunter und abwechslungsreicher geworden. Dies gilt nicht zuletzt für den Bereich der Gastronomie. Denn wer von uns isst nicht gerne seinen Döner, seine Pizza oder sein Gyros zu Mittag?

"Wir dürften in der Türkei auch keine christlichen Kirchen bauen oder deutsche Vereine gründen. Wir dürften nicht wählen oder gewählt werden oder einfach deutsche Zeitungen mit unseren Meinungen drucken und veröffentlichen!"
Wirklich? Dann lies dir das durch:
In 54 Ländern der Welt gibt es über 80 deutsche Kirchengemeinden und Kirchengebäude. In 42 Ländern erscheinen über 200 deutsche oder zweisprachige Zeitungen und weltweit gibt es 46 deutschsprachige Radio- und acht TV-Stationen. Außerdem können Deutsche in allen Mitgliedsländern der EU wählen gehen, gewählt werden und eigene Parteien, Gruppierungen oder Vereine gründen. In Spanien gibt es eine deutsche Feuerwehr und deutsche Tierschutzvereine, in Amerika deutsche Fußballklubs und Immobilienschutzvereine, in Paris deutsche Bibliotheken, in Israel deutsche Literaturzirkel...
Man könnte die Liste noch beliebig lange fortsetzen...
 

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